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Arbeitszeugnisse

Die Giftliste (1)

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Was man nicht schreiben sollte und schon gar nicht lesen möchte.

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Formulierungen in Zeugnissen durchgesetzt. Die besonders schädlichen Sätze sind unten aufgeführt. Nun muss das Auftauchen eines solchen Satzes im Zeugnis nicht zwangsläufig die angegebene Bedeutung haben. Gerade in kleineren Betrieben kann es leicht aus Unwissenheit des jeweiligen Zeugnisautors zu diesen Formulierungen kommen, ohne dass diese Bedeutung beabsichtigt war. Im Zweifelsfalle ist es aber immer besser, diese Sätze nicht im Zeugnis zu haben, um von vorne herein nicht eine derartige Diskussion aufkommen zu lassen.

Zeugnistext

Es könnte bedeuten

Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.

Er war ein unangenehmer und rechthaberischer Wichtigtuer.

Er hat alle Arbeiten ordnungsgemäß / pflichtbewusst / ordentlich erledigt.

Er war ein Bürokrat ohne Eigeninitiative.

Im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten zeigte er eine erfrischende Offenheit.

Er ist vorlaut und mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das seinen Leistungen nicht entspricht.

Wir lernten ihn als umgänglichen Kollegen kennen.

Viele Mitarbeiter sahen ihn lieber von hinten als von vorne.

Seine Auffassungen wusste er intensiv zu vertreten.

Übersteigertes Selbstbewusstsein.

Das Verhalten von Herrn Müller gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war stets einwandfrei.

Er hatte zu seinen Mitarbeitern ein weit besseres Verhältnis als zu seinen Vorgesetzten. (Übliche Reihenfolge: Vorgesetzte und dann erst Mitarbeiter ist vertauscht)

Herr Müller zeichnete sich insbesondere dadurch aus, dass er viele Verbesserungsvorschläge zur Arbeitsvereinfachung / Erleichterung machte.

Da der Zusatz fehlt, "die auch von uns übernommen wurden", sind die Vorschläge lediglich zur eigenen Erleichterung gemacht worden oder es handelt sich um einen besserwisserischen Arbeitnehmer.

Herr Müller war wegen seiner Pünktlichkeit stets ein gutes Vorbild.

Durch die Betonung der selbstverständlichen Pünktlichkeit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Arbeitsleistung / -erfolg gering waren.

Er ist ein anspruchsvoller und kritischer Mitarbeiter.

Er ist sehr eigensüchtig, pocht anderen gegenüber auf seine Rechte und nörgelt gerne.

Allen Aufgaben hat er sich mit Begeisterung gewidmet.

... aber ohne Erfolg.

Die ihm gemäßen Aufgaben ...

Die anspruchslosen Aufgaben ...

....., dass er sich den ihm übertragenen Aufgaben mit Eifer gewidmet hat.

... aber ohne Erfolg.

Das Buch: Arbeitszeugnis von K. Derksen

Das Buch Arbeitszeugnisse, erschienen im Cormelsen Verlag, geschrieben von unserem Geschäftsführer Klaus Derksen, 2. Auflage

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