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Tipps zu Bewerbungen (2)

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Das Anschreiben:

Die Grundregel heißt: nur eine Seite. Wenn Sie jedoch Wichtiges mitzuteilen haben, darf es auch mehr sein, aber es muss wirklich relevant sein. Langweilen Sie den Leser mit Allgemeinplätzen, haben Sie verloren. Vermeiden Sie Bandwurmsätze, komplizierte Satzkonstruktionen und überlange Absätze. Schwer erfassbare Passagen sorgen für Unmut und bleiben nicht im Gedächtnis haften. Kommen Sie dem Leser entgegen. Gliedern Sie das Anschreiben in vier bis fünf Absätze. Beschränken Sie die Sätze auf 12 bis 15 Worte und zerlegen Sie verschachtelte und lange Sätze in mehrere kürzere. Die Schriftgröße sollte Elf-Punkt nicht unterschreiten.

Um Ihrem Text Leben einzuhauchen, feilen Sie zum Abschluss am Schreibstil. Bearbeiten Sie Ihr Anschreiben mehrmals, schlafen Sie eine Nacht darüber. Selbst erfahrene Texter brüten lange über wichtige Entwürfe. Meist enthält die erste Fassung alle Informationen, ist aber oft doppelt so lang wie gewünscht. Belassen Sie es nicht dabei. Sie tun dem Leser und folglich sich selbst keinen Gefallen damit. Das Erfolgsrezept heißt: kürzen, kürzen, kürzen. Streichen Sie umständliche Formulierungen, Füllwörter wie "aber auch" und "wie zum Beispiel" weg, Sie gewinnen dadurch viel. Wiederholungen, umständliche Phrasen gehören in den elektronischen Mülleimer. Schauen Sie sich auch einzelne Worte an. Begriffe mit mehr als drei Silben können Sie meistens durch kürzere, prägnantere ersetzen.

Vermeiden Sie den Nominalstil und passiv formulierte Sätze mit statischen Verben. Schlecht: "In die Warenwirtschaft wurde ich eingeführt. Später wurde mir dafür die Verantwortung übertragen. Die Erstellung von Konzepten, deren Durchsetzung ... sind Schwerpunkt meiner Arbeit." Besser: "In die Warenwirtschaft arbeitete ich mich ein. Heute verantworte ich diesen Bereich. Schwerpunktmäßig konzipiere ich neue Lösungen und setze sie durch." Aktiv formulierte Sätze mit vielen Verben klingen einfach dynamischer, beweisen Initiative und Tatkraft. Letztlich sollen Sie unsichere Formulierungen vermeiden. Worte wie "glauben", "denken", "möchte", "könnte", "würde" sind in einer gut ausformulierten Bewerbung Tabu. Orientieren Sie sich stilistisch auf keinen Fall an der Sprache in den Stellenangeboten. Oft sind die Ausschreibungen mehr schlecht als recht getextet. Die Anforderungen reihen sich in Schlagworten aneinander, Substantiv an Substantiv. Übernehmen Sie bewusst oder unbewusst diesen Stil, weil Sie den Tenor der Anzeige treffen wollen, erhalten Sie ein hölzern klingendes Anschreiben, das statisch daherkommt, abstrakt bleibt und dem Leser das Verständnis erschwert. Ihre individuellen Stärken verdeutlichen Sie so nicht.

Formulieren Sie die Sätze wie: "Ich bewerbe mich, um Sie in Ihren Entwicklungsprojekten zu unterstützen." Weniger gut kommen egozentrierte Aussagen an, die nur Ihren eigenen Vorteil betonen: "Eine Stelle in der Entwicklung ist für mich ideal, um mein Wissen in der Projektarbeit und Entwicklung zu vertiefen." Hier degradieren Sie das Unternehmen als Mittel zum Zweck und provozieren eine Absage.

Referenzen und Gehaltsvorstellungen geben Sie nur dann an, wenn sie in der Stellenausschreibung verlangt werden. Nennen Sie den möglichen Eintrittstermin.

Bitten Sie um eine Einladung zum Gespräch.

  • Grußformel: Mit freundlichen Grüßen

  • Unterschrift mit Vor- und Nachnamen

Die Formatierung des Anschreibens erfolgt nach DIN 5008.  

 

Das Anschreiben besteht aus folgenden Teilen:

  • Ihr Name, Anschrift, Telefon, u.U. Emailadresse

  • Name und Anschrift des Empfängers

  • Ort, Datum. Diese Zeile setzen Sie rechtsbündig auf die Seite

  • Betreffzeile, jedoch ohne „Betreff“ als Wort auszuschreiben. Formatieren Sie diese Zeile einfach fett

  • Anrede: entweder konkret: "Sehr geehrter Herr XXX/ Sehr geehrte Frau YYY", wenn Sie den Namen kennen, oder allgemein: „Sehr geehrte Damen und Herren“

  • Jetzt folgt Ihr Text:

Das Verfassen eines ansprechenden, erfolgreichen Anschreibens ist immer außerordentlich schwierig und aufwändig. Die Versuchung ist groß, ein 08/15-Anschreiben zu entwerfen - eines für alle. In derartigen Anschreiben werden die eigenen Qualifikationen ohne Bezug auf die jeweilige Stellenanzeige einfach heruntergebetet. Doch das reißt kaum einen erfahrenen Personalentscheider vom Hocker. Er sieht Ihrem Text an, wieviel Energie und 'Liebe' Sie investiert haben, also wie engagiert und sorgfältig Sie für einen so wichtigen Anlass gearbeitet haben. Verlassen Sie sich darauf.

Denken Sie bei der Formulierung des Anschreibens daran, dass den Leser nur eins interessiert: Passt der Bewerber zu meiner offenen Stelle? Kann er mein Personalproblem lösen? Verdeutlichen Sie daher in jedem Satz des Anschreibens, dass Sie der maßgeschneiderte Kandidat für die offene Stelle sind. Wiederholen Sie die stärksten Argumente aus Ihrem Lebenslauf und liefern Sie darüber hinaus zusätzliche Informationen.

Ein gutes Anschreiben entsteht, wenn Sie die gefragten fünf bis sieben fachlichen Qualifikationen, persönlichen Eigenschaften, Aufgaben der Stelle und Aussagen zum Unternehmen aus der Anzeige aufgreifen. Dazu sagen Sie im Anschreiben kurz und prägnant, weshalb Sie diese vom Unternehmen gesuchten Anforderungen abdecken. Dies gelingt, wenn Sie zu den wichtigsten Anforderungen der Anzeige konkrete Beweise anführen, auf Grund welcher praktischer Erfahrungen oder theoretischer Qualifikationen Sie die Anforderungen erfüllen.

In der Anzeige ist zu lesen: "Die Modifizierung fremder Konstruktionen ist eine wesentliche Aufgabe der zu besetzenden Stelle. Die Bereitschaft zu zeitlich begrenztem Auslandseinsatz zur Montage und Inbetriebnahme und gute englische Sprachkenntnisse sind
erforderlich."

Eine gelungene Beweisführung im Anschreiben könnte lauten: "In fremde Konstruktionen arbeitete ich mich während meiner Tätigkeit im Ingenieurbüro ABC ständig ein. Gerne werde ich auch im Ausland für Sie tätig. Auf Grund mehrerer USA-Aufenthalte verfüge ich über gute Englischkenntnisse." Schlechter ist die Beweisführung per Behauptung: "In fremde Konstruktionen kann ich mich schnell einarbeiten. Englisch stellt mich vor keine großen Probleme." Noch schlechter ist es, wenn Sie im Anschreiben auf eine wesentliche Anforderung der Anzeige überhaupt nicht eingehen.

 

 

   
 

 

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